Das letzte Einhorn
oder: noch mehr als es scheint.
Liebes Tagebuch (liebes Selbst, liebe Leserin, lieber Leser),
heute schreibe ich, um mich zu klären. Im zähen Wiener Hoch- und Tiefnebel kann man sich so leicht verlieren, noch dazu in der Weihnachtszeit, die gleichzeitig eine so extreme Hektik und tiefe Stille beherbergt.
Ich hatte in den letzten Monaten eine intensive, wegweisende Lernzeit und bin gerade stark berührt, dass so da bin, wie ich da bin, mit dieser Weite in dieser Enge und diesen Engstellen in dieser uferlosen Weite.
Das was ich Befreite Kommunikation (BeKom) nenne, ist vor mehr als einem Jahr zu mir gekommen und auch wenn wir gefühlt immer noch in der Anfangsphase sind, hat dieser “Stern” mich schon auf so viele Gipfel und in tiefe Täler geführt. Mein Respekt vor diesem Feld, dieser Ausrichtung wächst von Tag zu Tag und ich bin dankbar (und manchmal überfordert), dass ich hier ein Feldöffner sein darf.
Ist das das passende Wort? Ich will weder mein Licht unter den Scheffel stellen, noch mich erhöhen. Ich habe schon so viel durchschaut und geübt, erkannt und geerntet, an andere weitergegeben und inspiriert und habe noch so viel, dass mich zittern und zweifeln lässt und wo ich die deutlichen Signale meines Körpers übergehe. (Allerdings nie auf Dauer!)
Und ich glaube, dass es wichtig ist, für mich, für die Befreite Kommunikation (BeKom!) und für alle, die dadurch inspiriert werden (können), den Wert dieser Ausrichtung und Praxis ganz klar zu sehen!
Bei dem Animationsfilm “Das letzte Einhorn” aus dem Jahr 1982, den ich wahrscheinlich Dutzende Male gesehen habe — der Beginn mit der Titelmusik war eine Weile lang zudem das Einzige, was mein zweites Kind in den ganz frühen Jahren beruhigen konnte! — bei diesem Film kommt eine Szene vor, in der eine Hexe Fabeltiere eingesperrt den Menschen in einem sehr schäbigen Zoo präsentiert. Die meisten sind ganz normale Tiere, von der Hexe durch Zauberei “aufgepeppt”, aber das Einhorn (und die Harpie) sind echt. Und dennoch klebt sie ihm ein Horn auf die Stirn.
Warum? Das fragt sich auch der Zauberer, der sich selbst nicht so sicher ist, ob er ein echter Zauberer ist (dem ich mich oft seelenverwandt fühl(t)e) — aber ein Einhorn erkennt er sofort! — und die Hexe antwortet ihm, dass sie den Menschen faulen Zauber vorführen muss, weil sie echte Magie nicht mehr wahrnehmen können. Oder besser: sie muss echte Magie mit Hilfe von Zauberei sichtbar machen, weil die Menschen sie sonst nicht erkennen können.
Und deswegen muss ich nicht nur mir selbst, sondern verstärkt auch “nach außen” klar werden, wie wertvoll und “magisch" BeKom ist. Nicht, in dem ich ein falsches Horn aufklebe (sieh her, wenn du diese einfache Methode erlernst, werden alle Probleme aus deinem Leben verschwinden!), sondern indem ich die ungewohnten — und gerade deswegen transformierenden Qualitäten — dieses Feldes immer präziser herausarbeite und so “Unsichtbares” sichtbar, Ungreifbares greifbar mache.
Die klare Ausrichtung: Von Herzen sprechen, sich selbst auszudrücken — potentiell in jeder Lebenssituation, in Verbindung mit dieser Situation und mit den Anwesenenden. Gleichzeitig so gut auf sich zu achten, dass man sich in Situationen, in denen man durch diese Offenheit verletzt oder durcheinander gebracht werden kann, schützen kann. Oder danach mit Verletzungen heilsam umgehen kann. Zudem einen Blick auf die derzeitigen Verhältnisse zu bekommen, der entlastet und klärt zugleich. Noch dazu Techniken, die helfen, sich selbst nahe zu kommen und in engen Situationen innere Weite (das ist ja ein wesentliches Element von Freiheit) zu erfahren. Und vor allem: Üben mit Alltagssituationen, mit Geschichten aus dem täglichen Leben. Aus dem Alltag für den Alltag! Und immer ist das Schöpferische, Kreative, Schöne, Humorvolle mit an Bord.
Und all das mit der Ausrichtung auf bedingungslose Augenhöhe und der Möglichkeit, Fehler zu machen. Im Grunde geht es darum, mit sich selbst in Übereinstimmung zu kommen, ins Reine zu kommen — und dazu gehört, dass es manchmal “knirscht” (wie wir das im Art of Hosting nennen), innerlich und/oder äußerlich. Durchlässig zu werden für das Selbst, Antwortfähig werden für das Jetzt.
Und genau in so einem Austausch ist etwas spontan entstanden, das ich hier, in diesem öffentlichen Tagebuch zum ersten Mal ausrufe. BeKom! und Transformative Geschichten — die Weihnachtsedition. Ein Online-Seminar mit Stefan Tilg und mir, am Abend der Wintersonnwende. Auf dass sich das Mistelblatt zum Guten, zur Menschlichkeit hin wende!
Alle Infos und die Anmeldung gibt es hier auf diesem Link — du kannst mich auch sehr gerne kontaktieren.
Wie schön, jetzt ist dieser Tagebucheintrag die Werbung geworden, die ich eigentlich schreiben wollte, bevor ich merkte, dass ich zuerst mehr innere Klarheit und Ruhe brauche.
Alles Liebe und einen magischen Advent, mit oder ohne Einhorn!
Michael
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Die Schneegans braucht nicht zu baden, um sich weiß zu machen. Auch Du brauchst nichts weiter zu tun, als Du selbst zu sein.” (Lao Tsu)
Der Zweifel ist ein Schmerz, der zu einsam ist, um zu wissen, dass das Vertrauen sein Zwillingsbruder ist.” (Khalil Gibran)



